Kulturhandbuch 2015
Da der Arlberg-Tunnel wegen Renovierungsarbeiten gesperrt ist, suchen wir eine interessante Alternative, verlassen hinter Innsbruck die Autobahn Richtung Garmisch-Partenkirchen und fahren über den Hochtannberg nach Feldkirch, wo wir schon traditionell im Hotel Schäfle nächtigen.
Am nächsten Tag fahren wir quer durch die Schweiz, wo wir bei Genf nach Süden schwenken und der französischen Autobahn A41 über Annecy und Chambery nach Grenoble folgen. Hier verlassen wir die Autobahn und fahren auf der Nationalstraße N85 über La Mure nach Gap, das bereits in der benachbarten Region Provence-Alpes-Côte d’Azur liegt. Hier übernachten wir im Hotel IBIS.
Mit
735 m Höhe ist Gap
die höchstgelegene Präfekturstadt in Frankreich. Ihr historischer Stadtkern
mit dem malerischen Platz Jean Marcellin und den lebendigen kleinen Gassen
laden zum gemütlichen Bummeln ein. Die Altstadt hat noch viele weitere kleine
Attraktionen zu bieten wie die schöne Fassade mit den schmiedeeisernen
Balkonen des Rathauses aus dem 18. Jh. und die Kathedrale
Notre-Dame-et-Saint-Arnoux, ein neugotisches Gebäude aus dem 19. Jh. mit
einem 70 m hohen Glockenturm und schönen Orgeln.
Sehenswert:
Das Museum des Départements in Gap über Archäologie, Geschichte und Kunst,
in dem der Besucher unter anderem das Mausoleum aus schwarz-weißem Marmor des
Herzogs von Lesdiguières bewundern kann. Nur einige Kilometer vom
Stadtzentrum entfernt liegt das Landgut Domäne von Charance, der ehemalige
Sommersitz der Bischöfe von Gap, in dem heute das Nationale Konservatorium für
Alpenbotanik und das Haus des Nationalparks Écrins untergebracht sind. Neben
diesen beiden Orten, die ganz dem Naturschutz gewidmet sind, lädt das Landgut
auch zur Besichtigung des italienischen und des englischen Gartens ein und
verfügt ferner über einen 220 Hektar großen Park mit einem schönen See. In
der Stadt Gap findet jedes Jahr im Juli das Internationale Festival der
Folkloretänze statt.
Am nächsten Tag geht es weiter von Gap Richtung Süden und wir erreichen bald die Autobahn A51, die uns über Sisteron und Forqualquier nach Aix-en-Provence führt. Nun folgen wir der Autobahn A8 bis Salon-de-Provence und wechseln dann auf die A54, die uns über Arles nach Nimes begleitet. Hier erreichen wir die Region Languedoc-Roussillon und stoßen auf die Autobahn A9, der wir nach Südosten folgen. Nun erreichen wir in Kürze Montpellier, wo wir von der Autobahn abfahren und das etwas weiter südliche liegende Städtchen Lattes suchen, wo sich die Locaboat-Basis im Hafen Port Ariane befindet. Hier sollte schon unser Boot auf uns warten, das uns auf unserer ersten Urlaubswoche bis nach Argens-Minervois begleiten wird.

Lattes
Die Stadt Lattes liegt etwa 10 km westlich von Montpellier am Golfe du Lion am Mittelmeer. Sie wird vom Fluss Lez durchquert, auf dem die Schifffahrtsmöglichkeit für Sportboote bis Lattes wieder hergestellt wurde. Vom Hafen Port Ariane erreicht man mit einer einzigen Schleuse am Fluss den Canal de Rhône á Sète.
Canal du Rhône á Sète
Der Kanal verläuft zwischen Beaucaire an der Rhône und Sète, wo er nach 98 km in den Étang de Thau mündet. Jenseits des Étang de Thau beginnt der Canal du Midi. Der Canal du Rhône à Sète ist ein landschaftlich reizvoller Kanal, der meist in gerader Linie die Camargue durchquert. Da er auf seiner ganzen Länge nur eine einzige Schleuse aufweist, ist er für die Boote leicht zu bewältigen und für touristische Hausbootfahrten sehr beliebt. An seinen Ufern können Wildpferde, wilde Stiere, Flamingos und viele Vogelarten beobachtet werden.
Maguelone
„Saint-Pierre-et-Saint-Paul de Maguelone“ ist eine ehemalige Kathedrale und Abteikirche auf der Insel Maguelone. Das imposante, im 12. und 13. Jahrhundert im Stil der Romanik als Bestandteil eines umfangreichen Klosters und Bischofssitzes errichtete ehemals wehrhafte Kirchengebäude beherbergte einmal eine der einflussreichsten Diözesen Frankreichs.
Die Kathedrale wurde im Jahr 1840 als Monument historique klassifiziert und steht als solches unter Denkmalschutz. Die seit dem Altertum bewohnte Insel Maguelone entstand aus einem ehemaligen Vulkankrater aus Basaltgestein. Um 6500 bis 2500 Jahre vor Christus bildete sich entlang der Mittelmeerküste eine sandige Nehrung, die sich von Aigues-Mortes bis Agde erstreckte. Dabei entwickelte sich auf deren Landseite ein ausgedehntes Flachmeer aus Lagunen, das die Insel Maguelone vollkommen einschloss, die seit dem Mittelalter über einen Damm und eine Brücke mit dem Land verbunden war, die aber heute nicht mehr existiert. Maguelone liegt heute zirka 3 Kilometer südöstlich von Villeneuve-lès-Maguelone und etwa 10 Kilometer (Luftlinie) südlich des Stadtkerns von Montpellier und ist von Osten über die Nehrung von Palavas-les-Flots aus zu erreichen. Der heutige Besucher ist beeindruckt von dem sonderbaren Standort des Gebäudes, das wie ein riesiges steinernes Schiff zwischen dem Meer und den Lagunen gestrandet zu sein scheint und fragt sich nach den Ursprüngen und dem Geschick des einzigartigen Bauwerks, einer verstümmelten und seiner Türme beraubten Festungskirche.
Frontignian
Um den Kanal bei Frontignian mit dem Hausboot befahren zu können, muss man eine Hebebrücke passieren, die nur 2 mal täglich für wenige Minuten geöffnet wird. Erst dann erreicht man den Freizeithafen, ganz nahe der Innenstadt.
Geschichtliche Aufzeichnungen belegen, dass Frontignan auf dem landwirtschaftlichen Anwesen eines gallo-römischen Bauerns namens Frontinus erbaut wurde. Ab dem 12. Jahrhundert gehörte die Stadt zu Guilhem von Montpellier, bevor sie unter die Souveränität der Könige von Aragon fiel. Erst im 14. Jahrhundert eignete sie sich der König von Frankreich an. Das Herzstück Frontignans, die Saint-Paul-Kirche, ist ein in der Stadtbefestigung integriertes, überraschend massives Gebäude. Sie wurde zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert erbaut. Als “Historisches Monument” verfügt sie als eine der wenigen Sakralbauten der Region über eine Holzdecke.
Man kann in der Innenstadt überall Spuren der Stadtgeschichte entdecken – archäologische Reste, Fragmente der Stadtmauern, kreuz und quer verlaufende Gässchen vor allem um das Rathaus. In der Innenstadt steht eine Vielzahl von Geschäften und Unternehmen zur Verfügung.
Étang
de Thau
Der Étang de Thau ist eine 18 km lange Lagune südwestlich der Stadt Sète. Der See hat eine Fläche von 80 Quadratkilometern und einen Umfang von 55 km, bei durchschnittlicher Wassertiefe von 4 m. Der Étang de Thau ist Endpunkt des Canal du Rhône à Sète und Endpunkt des Canal du Midi, der von Toulouse kommend ebenfalls in den See mündet. Früher hatte die Lagune direkten Zugang zum Meer. Heute wird die Lagune durch die Sandbank "Le Toc" fast vollständig vom Meerwasser abgetrennt, die kilometerlange Sandstrände bietet. Der See wird durch den Canal du Midi mit kalkreichem Süßwasser aus den Pyrenäen versorgt und bietet mit seiner dörflichen Umgebung ideale Möglichkeiten für Austernzucht (am Westufer) und Vögel (generell, z.B. Flamingos). Der nördliche Teil der Lagune beherbergt heute eine der größten Austernplantagen der Welt. Der südliche Teil wird sowohl von Wassersportlern besucht, als auch von zahlreichen Touristen, für die die Überquerung der Wasserfläche meist den Höhepunkt der Reise darstellt. Der Étang de Thau entwickelt durch seine flächenmäßige Größe bei geringer Wassertiefe schon bei relativ leichten Winden einen vergleichsweise hohen Wellengang. Grundsätzlich ist deshalb das Bootsfahren über den Étang de Thau für Charterbootkapitäne nur bei günstigen Windverhältnissen (nicht über 3 Beaufort) und am Tage erlaubt.
Wind-, Wellen- und Wettervorhersage: http://de.windfinder.com/forecast/etang_de_thau_meze.
Canal
du Midi
Der Canal du Midi („Kanal des Südens“) verbindet Toulouse mit dem Mittelmeer bei Sète. Er ist 240 km lang und verläuft über den Bergsattel zwischen den Pyrenäen und dem französischen Zentralmassiv. Von Toulouse aus führt er in südöstlicher Richtung zunächst aufwärts bis zur Scheitelhaltung von Naurouze, dann abwärts in Richtung Mittelmeer nach Carcassonne. Hier ändert er seinen Verlauf auf Nordost bis Ost, erreicht Béziers, den Heimatort seines Erbauers Pierre-Paul Riquet, danach die Stadt Agde und mündet schließlich in den Étang de Thau. Nach Überquerung dieser Lagune erreichen die Schiffe, die den Kanal benutzen, die Stadt Sète und damit das Mittelmeer. Der Kanal wurde 1681 fertiggestellt. Seine damalige Fortsetzung über Bordeaux zum Atlantik war der Fluss Garonne, später wurde der Canal latéral à la Garonne (deutsch: Garonne-Seitenkanal) erbaut. Seit 1996 gehört der Canal du Midi zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Agde
Agde ist eine Stadt mit 24.651 Einwohnern am Fluss Hérault im gleichnamigen Département Hérault. Die schnell wachsende Stadt besteht aus vier Ortsteilen: der historischen Kernstadt Agde, dem Mündungsort Le Grau d’Agde, dem westlich gegenüberliegenden La Tamarissière sowie der jüngsten Urbanisation Le Cap d’Agde. Zur Zeit der Etablierung Agdes als Handelsplatz, zirka 500 Jahre vor Christus, lag die Stadt am Meer. Durch die Verlandung liegt der Ort Agde heute aber fast vier Kilometer landeinwärts. Ab den 1960er Jahren wurde dann südlich von Agde das stadtplanerisch vorangetriebene Touristenzentrum Cap d’Agde errichtet, so dass die Stadt heute wieder am Meer liegt. Von kulturellem Interesse neben dem geschlossenen mittelalterlichen Ortsbild sind in Agde das Meeresarchäologiemuseum Musée de l’Ephèbe (im Ortsteil Cap d’Agde) und das jeden August ausgetragene Fischerstechen auf dem Hérault.
Das nördliche Stadtgebiet von Agde wird vom Canal du Midi durchquert, der hier seine einzige Schleuse mit rundem Schleusenbecken hat. Sie verfügt auch über drei Schleusentore, da von hier ein Stichkanal zum Mittelmeer abzweigt. Im Stadtgebiet liegt außerdem der erloschene Vulkan Mont Saint Loup (106 Meter hoch), auf dem sich eine Funkstation der französischen Marine und ein Leuchtturm mit Aussichtsplattform befinden.
Béziers
Béziers ist eine Stadt im Département Hérault mit 72.970 Einwohnern. Sie liegt am Fluss Orb und dem Canal du Midi. Den Albigensern diente Béziers als einer ihrer Hauptsitze. 1209 wurde die Stadt beim Albigenserkreuzzug als erste der okzitanischen Städte von den Kreuzrittern erobert, die dem Aufruf von Papst Innozenz III. gefolgt waren, die von der katholischen Kirche als ketzerisch eingestuften Albigenser zu bekämpfen. Der damalige Vicomte von Béziers, Raimund-Roger Trencavel, hatte sich in das besser befestigte Carcassonne zurückgezogen, viele Einwohner von Béziers fielen aber am 22. Juli 1209 einem großen, von den Kreuzfahrern verübten Massaker zum Opfer. Angeblich 7.000 in die Magdalenenkirche geflüchtete Einwohner wurden mit dieser verbrannt und zahlreiche weitere niedergemetzelt; insgesamt sollen gegen 20.000 Personen umgekommen sein.
Sehenswürdigkeiten:
Allée Paul-Riquet, das Zentrum der Stadt
Kirche Saint Aphrodise (11.–15. Jahrhundert)
Hôtel de Ville (Rathaus, 18. Jahrhundert)
ehemalige Kathedrale Saint-Nazaire (13.–14. und 18. Jahrhundert) mit dem Musée Lapidaire (alte Grabsteine und Kapitelle)
Kirche Saint-Jacques (12. Jahrhundert)
Kirche de la Madeleine (begonnen Ende des 11. Jahrhunderts, im 18. Jahrhundert restauriert)
Musée des Beaux-Arts (Gemälde)
Pont Vieux (Alte Brücke, über den Orb, 13. Jahrhundert, Umbauten im 14.–16. Jahrhundert)
Schleusentreppe
von Fonserannes
Die Schleusentreppe von Fonserannes ist eine Schleusentreppe am Canal du Midi. Die Schleusentreppe ist als Monument historique klassifiziert und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt Béziers. Das Bauwerk entstand im 17. Jahrhundert und ging gemeinsam mit dem von Pierre-Paul Riquet geplanten und gebauten Canal du Midi in Betrieb. Die eigentliche Schleusentreppe bestand ursprünglich aus acht zusammenhängenden Schleusenkammern mit einer Längsausdehnung von insgesamt mehr als 300 Metern. Eine weitere Doppelschleuse (Écluse de Notre Dame), die nicht mehr zur Schleusentreppe gezählt wurde, lag knapp vor dem etwa einen Kilometer entfernten Anschluss zum Fluss Orb. Über die Schleusentreppe und die folgende Doppelschleuse wurde den Schiffen der Abstieg zum Fluss ermöglicht. Die Schiffe mussten dann rund 700 Meter weit den Fluss abwärts fahren. Dort lag am linken Flussufer vor einem Wehr die Ausfahrt in die Fortsetzung des Canal du Midi. Im Jahr 1983 wurde zur Beschleunigung der Passage und eventuellen Ablöse der Schleusentreppe gleich nebenan ein modernes Schiffshebewerk, der Wasserkeil von Fonserannes, gebaut. Dabei handelt es sich um eine geneigte Rinne, in der das Schiff in sogenannter Nassförderung transportiert wird. Ein die Rinne abschließendes Schild wird zusammen mit dem sich davor bildenden keilförmigen Wasservolumen, auf dem das Schiff schwimmt, von einem Traktor aufwärts geschoben, beziehungsweise gebremst zu Tal gefahren. Der Betrieb dieses Hebewerks war aber nicht von Erfolg begleitet. Infolge dauernder technischer Probleme wurde es mit 11. April 2001 außer Betrieb genommen, der gesamte Verkehr läuft seither wieder über die Schleusentreppe.
Capestang
Capestang liegt etwa elf Kilometer westsüdwestlich von Béziers an der Grenze zum Département Aude. Die Gemeinde wird vom Schifffahrtskanal Canal du Midi durchquert.
Sehenswürdigkeiten:
Stiftskolleg Saint-Étienne aus dem 13. Jahrhundert mit einem 43 Meter hohen Glockenturm, seit 1906 Monument historique
Schloss Capestang (Schloss des Erzbischofs von Narbonne) aus dem 14. und 15. Jahrhundert, seit 1995 Monument historique
Sumpfgebiet Étang de Capestang
Le
Somail
Der Ort liegt etwa 15 Kilometer nordwestlich von Narbonne, nahe der Mündung des Flusses Cesse in die Aude und wird vom Canal du Midi durchquert. Die Häuser südlich der beiden zur gewölbten Kanalbrücke führenden Straßen gehören politisch zu Saint-Nazaire-d’Aude, die nördlich gelegenen zu Ginestas, und das nördlichste Haus am östlichen Kanalufer gehört zu Sallèles-d’Aude. Beim Bau des Canal du Midi durch Pierre-Paul Riquet im 17. Jahrhundert befand sich eine der Abschnitts-Bauleitungen in Le Somail. Danach wurde Le Somail Etappenort für die Postschiffe und diente ein Jahrhundert lang bis zum Bau des Canal de Jonction als Kanalhafen für Narbonne.
Einige
heute noch bestehende Bauwerke in Le Somail datieren aus dieser Zeit:
gewölbte Steinbrücke
Kapelle
Gasthof
Lagerhäuser
Kühlhaus
Argens-Minervois
Der Ort liegt auch am Canal du Midi. Die sich westlich des Ortes befindende Schleuse Argens begrenzt eine etwa 53 km lange schleusenlose Strecke des Kanals, die bis zur Schleusentreppe von Fonserannes reicht. Am Kanal befindet sich die Locaboat-Basis, wo wir unsere Hausboot wieder abgeben müssen. Die kleinen Gassen von Argens haben teilweise noch mittelalterlichen Charakter. Die das Ortsbild beherrschende Burg stammt aus dem 14. Jahrhundert; sie wurde aber immer wieder restauriert und rekonstruiert – zuletzt im 19. Jahrhundert. Von hier aus bietet sich ein Blick über den Canal du Midi. In der Nähe des Canal du Midi finden sich noch die der frühromanischen Église Notre-Dame de l’Assomption. Die heutige Pfarrkirche Saint Roch stammt aus dem 19. Jahrhundert. In der Umgebung von Argens-Minervois wird intensiv Weinbau betrieben. Die geernteten Trauben werden über zwei Appellationen vermarktet: Minervois (AOC) und Languedoc (AOC).
Von hier aus müssen wir mit dem Taxi wieder zurück zu unserer Abfahrtsbasis in Lattes, wo ja unser Auto auf uns wartet. Von dort fahren wir dann zu unserer Ferienwohnung in Roujan.
Roujan
Hier haben wir unsere Ferienwohnung!
Das Runddorf Roujan liegt auf einem Hügel in einer Höhe
von etwa 120 Metern etwa 21 Kilometer nordöstlich von Béziers;
die Kleinstadt Pézenas ist etwa 15 Kilometer in südöstlicher Richtung
entfernt. Der kleine Fluss Peyne
durchfließt das Gemeindegebiet. Die Runddörfer Gabian, Margon und Caux
befinden sich im Umkreis von ca. fünf Kilometern.
Sehenswürdigkeiten:
· Der alte Ortskern von Roujan gehört zum Typus der Circulades – Runddörfer, die aus Verteidigungsgründen um einen Kern, bestehend aus einer Burg und/oder Kirche, herum angelegt wurden und deren äußere Häuserfront als Ersatz für eine kostspielige Stadtmauer diente.
· Die außerhalb des Häuserrings stehende ehemalige Prioratskirche (Église Saint-Laurent) stammt ursprünglich aus dem 13./14. Jahrhundert und ist eines der wenigen Beispiele ländlicher gotischer Architektur im Süden Frankreichs. Der Kirchenbau wurde jedoch im 18./19. Jahrhundert gründlich überarbeitet: Das ehemalige gotische, geringfügig aus der Fassade hervortretende Westportal wurde vermauert und durch ein neues auf der Südseite ersetzt; darüber hinaus wurden die auffälligen giebelständigen Seitenkapellen hinzugefügt. Das original erhaltene Westfenster besteht aus sieben gleichgroßen Sechspässen. Das Innere der Kirche ist einschiffig und wird von einem Rippengewölbe überspannt, das auf figürlich gestalteten Konsolen aufruht.
· Die aufgrund ihrer einfachen Steinbearbeitung und vor allem wegen ihrer monolithischen Fensterbögen noch der präromanischen Zeit (9./10. Jahrhundert) zugeordnete Kirche Saint-Nazaire steht etwa anderthalb Kilometer südlich des Ortes in den Weinfeldern. Möglicherweise war sie einmal die Pfarrkirche eines längst verschwundenen Ortes. Sie hat eine nahezu quadratische Apsis und eine auf eine Empore führende doppelläufige Außentreppe, die allerdings – ebenso wie das aus der Südwand hervortretende Portal – später hinzugefügt wurde. Der kleine Kirchenbau wurde im Jahr 1981 als Monument historique anerkannt.
· Etwa anderthalb Kilometer nordwestlich von Roujan befindet sich das ehemalige Augustiner-Priorat Cassan, das manchmal auch als Abbaye oder als Château tituliert wird. Bereits im Jahr 1080 gegründet, wurde das Kloster im Verlauf des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) und der Hugenottenkriege (1562–1598) stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass im Jahr 1605 nur noch acht Kanoniker gezählt wurden. Im Jahr 1671 kam es unter die Obhut der Abtei Sainte Geneviève in Paris; aus dieser Zeit stammen die heutigen Klostergebäude. Nur die im Jahr 1115 geweihte und von einem Tonnengewölbe bedeckte romanische Kirche blieb weitgehend original erhalten.
Ausflugsziele
Im Norden
Ausflug 1. Ins Tal der Vis (~ 200 km)
Strecke: Saint Maurice Navacelles – Navacelles – Vissec – Saint
Laurent le Minier
Besichtigung: Talkessel “Cirque des Navacelles”, Karstquelle bei Vissec „Source de la Foux“, Wasserfall am Ausgang der Schlucht „Gorges de la Vis“ bei Saint Laurent le Minier.
Die Vis entspringt im Nationalpark Cevennen, nahe dem Col de l’Homme Mort, im Gemeindegebiet von Arrigas. Anfangs entwässert sie in südwestlicher Richtung, wendet sich dann aber nach Nordosten und mündet nach 58 Kilometern oberhalb von Ganges als rechter Nebenfluss in den Hérault. Im oberen Laufabschnitt liegt das Flussbett der Vis unterhalb des Ortes Alzon trocken und gibt so dem Ort Vissec („trockene Vis“) seinen Namen. Bei der "Résurgence de la Vis" tritt ihr Wasser nach Unterquerung der angrenzenden Karsthochflächen, wie der südlichen Causse du Larzac, als starke Karstquelle wieder aus. Imposant ist der gewaltige Talkessel des Cirque de Navacelles mit dem Ort Navacelles. Hier hat die Vis einen Zwangsmäander durchbrochen und kürzt ihren Lauf als Wasserfall ab. Dort und an der Résurgence de la Vis befinden sich restaurierte Mühlen. Auch heute wird der wasser- und gefällereiche Fluss in kleineren Wasserkraftwerken zur Energiegewinnung genutzt. Wegen ihres malerischen, oft schluchtartigen Tales und ihrer Beliebtheit als Badegewässer wird die Vis viel besucht.
Ausflug 2. Saint Guilhem le Désert und Lac du Salagou (~ 120 km)
Strecke: Saint Guilhem le Désert – Clermont L'Hérault
Besichtigung: Der mittelalterliche Ort Saint Guilhem le Désert liegt im Tal des Verdus, der ganz in der Nähe in den Fluss Hérault mündet. Der Hérault bildet dort eine enge Schlucht, die unter dem Namen „Gorges de l’Hérault“ bekannt ist. Heute ist das Dorf mit seinem Kloster und der Pont du Diable (Teufelsbrücke) in der nahe gelegenen Gemeinde Saint-Jean-de-Fos eine große Touristenattraktion. Es ist als eines der schönste Dörfer Frankreichs klassifiziert.
Der Lac du Salagou ist ein Stausee
des Flusses Salagou. Die Oberfläche des Stausees liegt im Durchschnitt bei
140 m. Der See ist im Durchschnitt im Sommer 28°C
warm. Der See wird im Osten von 300 m hohen Bergen und Hochebenen überragt,
im Westen durch den 407 m hohen „Carols“. Die Landschaft um den See ist
stark durch die geologischen Verhältnisse geprägt, die eine sehr
charakteristische Atmosphäre schaffen. Auffällig sind die
tiefroten Farben der dort entstandenen Ablagerungen, feinkörnige, blättrig
absondernde Sedimente, die wegen ihrer Farbe „Ruffes“
genannt werden. Sie sind sehr anfällig für Erosion und bilden kissenartigen Hügel, tiefe
Erosionsrinnen und schmalen Schluchten. Der See ist ein Touristenziel, vor
allem in den Sommermonaten, und kann leicht über die Landstraßen erreicht
werden. Von wirtschaftlicher Bedeutung für die Gegend des Lac du Salagou sind
vor allem Tourismus und Weinbau. Vor allem im Süden um Liausson und Octon
befinden sich ausgedehnte Weinpflanzungen. An einigen Stellen werden auch
Oliven angebaut.
Und zum Abschluss noch einen Abstecher zum Talkessel von Mourèze, der knapp südlich des Sees liegt.
Im
Nordwesten
Ausflug 3. Regionaler Naturpark Haut-Languedoc
Strecke: Hérépian – Mons – Roquebrun - Cessenon sur Orb - Murvielle
lès Béziers - Pouzolles (~ 100 km). Erweiterbar um die Strecke Hérépian
– Rosis – Agoudet - Mons (in Summe ~ 145 km).
Diese Landschaft umfasst die beiden zusammenhängenden
Bergmassive Montagne de l’Espinouse und
Caroux. Sie liegt im östlichen Teil des Regionalen
Naturparks und wird im Norden durch den Fluss Agout und im Süden vom Orb begrenzt. Zwischen den
beiden Massiven verläuft beim Ort Mons die eindrucksvolle Schlucht George
d’Héric nach Norden.
Danach folgen wir dem Fluss Orb durch seine Schlucht
südwärts in die Ebene des Minervois, machen evtl. noch einen Abstecher zur Abbaye
Fontcaude und fahren dann durch das Weinland wieder zurück.
Im
Westen
Ausflug 4. Montagne Noire
Strecke: Olonzac - Caunes Minervois – Cabrespine – Pradelles-Caberdès
– Lastours – Conques sur Orbiel (~ 220 km).
Besichtigungen: Caunes-Minervois, Schlucht Gorge du Clamoux, Höhle „Gouffre
Géant de Cabrespine“, Labastide-Esparbairenque, Cupserviès (Wasserfall),
Lastours, Conques-sur-Orbiel
Wir fahren durch die Weinlandschaft des Minervois zum Ort Caunes-Minervois, der besonders für seine Marmor-Steinbrüche bekannt ist. Das Ortsbild mit einigen kieselsteingepflasterten Straßen wirkt teilweise noch mittelalterlich. Die ehemalige Abteikirche St-Pierre et Saint-Paul de Caunes-Minervois war Teil eines bedeutenden Benediktiner-Klosters im Süden Frankreichs. Die mittelalterliche Stadtbefestigung wurde während der Hugenottenkriege ebenso geschleift wie die Mauern der Abtei; nur wenig ist noch davon zu sehen.
Dann geht’s durch die Schlucht „Gorges du Clamoux“ in die Berge und wir treffen bei Cabrespine auf eine riesige Tropfsteinhöhle. Mit ihren gigantischen Ausmaßen von 70 Metern Durchmesser und rund 220 Metern Höhe ist die Tropfsteinhöhle von Cabrespine einer der Größten der Welt – sogar der Eiffelturm samt Triumpfbogen würde darin Platz finden!
Danach kommen wir nach Lastours, wo wir gleich 4 Katharer-Burgen bewundern können.
An
der Küste
Ausflug 5. Petite Camargue (~ 260 km)
Strecke: Saint Gilles – Aigues Mortes – Palavas le Flot – Frontignan - Agde
Das Gemeindegebiet von
Saint
Gilles umfasst einen Großteil der
Petite-Camargue
und liegt westlich von Arles. Ort und Kirche verdanken ihren
Namen dem aus Athen stammenden Kaufmann
Aegidius, der sich hier im 7. Jahrhundert
als Eremit
niederließ und das Benediktiner-Kloster
Saint-Gilles gründete. Ägidius wurde später
„Saint Gilles“ genannt und zum Heiligen erhoben; er ist einer der Vierzehn Nothelfer. Der Legende nach ist er
begraben in der Krypta
der Abteikirche Saint-Gilles. Diese wurde in
den Jahren 1125 bis 1150 erbaut und gehörte zu einer Klosteranlage
der Benediktiner.
Wegen des Grabes des Heiligen Ägidius ist sie bis in die Gegenwart eine
bedeutende Etappe auf der Via Tolosana, einem der französischen
Abschnitte des Jakobsweges
nach Santiago de Compostela.
Seit 1998 ist die Kirche – als Bestandteil der „Jakobswege in
Frankreich“ − Teil des Weltkulturerbes der UNESCO.
1240 hat Ludwig der Heilige das Gebiet um Aigues-Mortes erworben und 1248 angefangen, die Stadt als Bastide
zu errichten. Er brauchte unbedingt einen Mittelmeerhafen, der auf königlichem
Gebiet lag. Bis in das 13. Jh. hinein besaß der französische König kein
Land in Süd-Frankreich. Er ließ zuerst die Tour de Constance errichten, und
seine Nachfolger ließen später daneben ein Festungsviereck anlegen mit einem
umlaufenden Wehrgang mit 10 Stadttoren. Gegen Ende des 13. Jh. war die Anlage
vollendet. Diese Grundform ist heute noch erhalten.
Zunächst entwickelte Aigues-Mortes sich gut als Hafenstadt, doch begann das Meer sich durch Verlandung der Lagune zurückzuziehen (heute liegt die Stadt 6 km vom Meer entfernt). Zudem fiel 1481 die Provence an Frankreich und Marseille verdrängte die Stadt als französischer Mittelmeerhafen. Von da an konzentrierten sich die Bewohner statt auf den Handel auf den Weinbau und die Salinen.
Zurück geht’s immer am Strand entlang …
Ausflug 6. Katharerland (~ 270 km)
Strecke: Narbonne – Portel des Corbières – Tuchan – Duilac sous Peyrepertuse – Auriac – Saint Martin des Puits – Saint Laurent de la Cabrerisse - Narbonne
Der Begriff „Katharerburgen“ bezeichnet umgangssprachlich eine Reihe von mittelalterlichen
Burgen im Katharerland. Dabei muss jedoch unterschieden werden
zwischen „echten“ und „falschen“ Katharerburgen – beiden Typen gemeinsam ist ihre exponierte
Lage auf hohen Bergspitzen.
Die echten Katharerfestungen wurden kurz vor und während der Zeit des Albigenserkreuzzugs (1209–1229) von Anhängern der Katharerbewegung aus Gründen der Verteidigung ihres Lebens und ihres Glaubens errichtet. Nur wenige frühe Katharerburgen sind älter, wurden aber im ausgehenden 12. und beginnenden 13. Jahrhundert von Burgherren, die den Katharerglauben angenommen hatten, oder ihm zumindest nahestanden, beherrscht.
In der Frühzeit der Katharerbewegung gab es nur wenige Burgen im Katharerland. Die Anhänger der Bewegung lebten im Schutz der Städte oder in wehrhaften Höhensiedlungen, die sich manchmal im Schutz der Burg eines mit der Bewegung sympathisierenden Lokalfürsten befanden und meist von Gräben und/oder Steinmauern umschlossen waren – steinerne Türme gab es in diesen Festungen nicht.
Die sogenannten „falschen“ Katharerburgen stehen zwar im Katharerland, wurden aber erst nach dem siegreichen Ende des Krieges gegen die Albigenser, d. h. in der Zeit nach 1229 bzw. 1240/44, von den französischen Königen oder deren Statthaltern errichtet, um jegliches Wiederaufflammen der Ketzerei und der separatistischen Tendenzen in Okzitanien zu unterbinden und um die Machtpräsenz des Königs eindrucksvoll zu dokumentieren. Gleichzeitig dienten sie auch als Festungen der französischen Krone gegen die Machtansprüche des Königreichs Aragon.
Auf unserer Strecke befinden sich folgende Sehenswürdigkeiten:
Burg Durban in Durban-Corbières
Burg Aguilar in Tuchan
Burg Quéribus in Cucugnan
Burg Peyrepertuse in Duilhac-sous-Peyrepertuse. Etwas oberhalb des kostenlosen Parkplatzes am Fuße des Felsenriffs, welches die Burg trägt, steht das Kassenhäuschen. Von dort führt ein etwas schwieriger Fußweg von ca. 15 Min rund um das Felsenriff zum Burgtor. Öffnungszeiten: April, Mai, Oktober: 9.00 - 19.00 Uhr (bei Gewitter und Starkwind ist die Burg geschlossen!)
Burg Auriac in Auriac
Ausflüge in der näheren Umgebung
Pézenas
Pézenas ist eine beschauliche Kleinstadt mit großer Geschichte. Prachtvolle Stadtpaläste und vornehme Bürgerhäuser zeugen noch heute vom Glanz früherer Zeiten, als zB Molière mit seinen Schauspielern hier gastierte.
Sehenswürdigkeiten:
Die historische Altstadt mit denkmalgeschützten Bauten und Hotels aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert.
Das bekannte Stadttheater, welches um 1830 im klassizistischen Stil aus einer leer stehenden Kirche errichtet wurde. Die Comédie-Française hat hier viele Gastspiele gegeben. Das Theater steht seit Jahrzehnten leer, es gibt jedoch Bemühungen zur Restaurierung und Wiedereröffnung.
Das Museum Vulliod Saint-Germain, das Sammlungen um die Geschichte der Stadt zusammenfasst, darunter ein Molière gewidmeter Saal.
In der Umgebung von Pézenas:
Abbaye de Valmagne
Saint-Pons-du-Mauchiens
Paulhan
Montagnac
Caux
Château de Grézan
Margon
Béziers
Sehenswürdigkeiten:
In der Umgebung von Béziers:
Schleusentreppe von Fonserannes (18. Jahrhundert)
Servian mit dem Jardin de Saint-Adrien (im Oktober nur Sa, So 14-18,30 geöffnet)
Sérignan
Quarante
Murviel-lès-Béziers
Lodève
Lodève gehört zu den schönsten Kleinstädten der Region. Die ehemalige Bischofsstadt liegt zu Füßen des „Plateau du Larzac“ am Zusammenfluss von Soulondre und Lergue. Alte Häuser und die mächtige gotische Kathedrale Saint-Fulcran machen den Reiz des Ortes aus.
In der Umgebung von Lodève:
Saint-Michel-de-Grandmont
Lunas
Nach einem kurzen Abstecher über Midi-Pyrénées erreichen wir die Region Auvergne, wo wir über Saint-Flour nach Clermont-Ferrand kommen.
Clermont-Ferrand
Die Stadt liegt im Zentrum Frankreichs etwa 425 Kilometer südlich von Paris bzw. etwa 170 Kilometer westlich von Lyon im Talbecken des Flusses Allier, der etwa zehn Kilometer östlich an der Stadt vorbeifließt. Die Stadt wird überragt vom Puy de Dôme, einem hohen erloschenen Vulkan des Zentralmassivs, der dem Département seinen Namen gab.
Die hochgotische Kathedrale Notre-Dame-de-l’Assomption (Mariä Himmelfahrt), auch schwarze Kathedrale genannt, ist ganz aus dem dunklen, porösen Lavagestein von Volvic erbaut. Sie ist die einzige große Kathedrale aus diesem Material. Mit dem Bau wurde 1248 begonnen. Unter Leitung der beiden Baumeister Jean Deschamps (bis 1295) und Pierre de Cébazat konnte der Bau im Wesentlichen im 14. Jahrhundert vollendet werden. Die Kathedrale folgt dem Vorbild der großen gotischen Kathedralen aus der Île-de-France. Um das fünfschiffige Haupthaus und den mit einem Chorumgang versehenen Chor gruppieren sich eine Menge von kleinen Seitenkapellen mit farbenprächtigen, leuchtenden Fenstern, Bildhauer- und Holzbildhauerarbeiten, Bildern und Gobelins aus allen Jahrhunderten vom 12. bis zum 19. Jahrhundert.
Weiter geht’s in die Region Rhône-Alpes, wo wir in der Nähe von Roanne im IBIS-Hotel übernachten.
Roanne
Die Stadt liegt am Oberlauf der Loire und ist Endpunkt des parallel verlaufenden Canal de Roanne à Digoin. Hier münden von rechts der Rhins und von links der Renaison in die Loire. Mit steigender Schifffahrt auf der Loire und dem 1838 eröffneten Kanal wurde der Handel in Roanne neu belebt und Roanne zu einem bedeutenden Binnenhafen. Seit den 1970er Jahren erlebt die gesamte Schwerindustrie einen Niedergang, der die Stadt hart getroffen hat. Tourismus und neue Technologien sollen die Wirtschaft beleben. So wurde beispielsweise 1992 der Hafen für die Nutzung durch Sport- und Hausboote umgestaltet.
Am nächsten Tag fahren wir in die Region
Burgund folgen wir dem Canal de Roanne à Digoin und danach dem Canal du
Centre, bis wir in Chalon-sur-Saône die Autobahn A6 erreichen, der wir nach
Norden folgen.
Canal de Roanne à Digoin
Dieser Kanal ist im Wesentlichen eine Fortsetzung des Loire-Seitenkanals im Oberlauf der Loire. Er beginnt im Hafenbecken von Roanne, verläuft generell in nördlicher Richtung und führt immer am linken Ufer des Flusses Loire entlang, bis er nach 55 Kilometern, bei Chavanne, in den Loire-Seitenkanal einmündet. Dieser überquert zwei Kilometer weiter die Loire mit einer 240 Meter langen Kanalbrücke und geht auf der anderen Seite in den Canal du Centre (deutsch: Zentrumskanal) über, der eine Verbindung zur Saône und weiter zum Mittelmeer herstellt.
Canal du Centre
Er beginnt nach offizieller Kilometrierung bei Chalon-sur-Saône, an der Abzweigung von der kanalisierte Saône, verläuft zunächst in nordwestlicher Richtung, schwenkt bei Chagny auf Südwest und endet nach 112 Kilometern im Stadtgebiet von Digoin, wo er seine Fortsetzung im Loire-Seitenkanal findet. Der Kanal ist vom Typus her ein Wasserscheidenkanal. Seine Scheitelhaltung liegt bei Montchanin in einer Höhe von 301 Metern, wo zur Wasserversorgung eine Vielzahl von Speicherseen angelegt wurde. Der Kanal verfügt über 61 Schleusen, 35 davon überwinden die Höhendifferenz von 126 Metern zur Saône, 26 Schleusen werden für den 75 Meter hohen Abstieg zur Loire benötigt.
Bei Beaune wechseln wir auf die A36, die uns in die Regionen Franche-Comté und Elsass führt. Wir passieren Besançon, Montbéliard und Belfort, wechseln dann in die Region Elsass (Alsace) und verlassen Frankreich bei Mühlhausen Richtung Basel, wo wir wieder die Schweiz erreichen. Wir folgen hier den Schweizer Autobahnen A3, A1 und A4 über Zürich nach Schaffhausen, wo wir im Hotel Park Villa nächtigen.
Rheinfall
Auf dem Weg vom Bodensee nach Basel stellen sich dem Hochrhein mehrfach widerstandsfähige Gesteine in den Weg, die das Flussbett verengen und die der Fluss in Stromschnellen und einem Wasserfall, dem Rheinfall, überwindet. Der Rheinfall befindet sich rund vier Kilometer westlich unterhalb der Stadt Schaffhausen. Er hat eine Höhe von 23 Metern und eine Breite von 150 Metern. Der Kolk in der Prallzone hat eine Tiefe von 13 Metern. Bei mittlerer Wasserführung des Rheins stürzen im Rheinfall 373 Kubikmeter Wasser pro Sekunde über die Felsen (mittlerer Sommerabfluss: etwa 600 m³/s). Der Rheinfall ist von Fischen aufwärts nicht zu überwinden, außer vom Aal. Dieser schlängelt sich seitwärts (außerhalb des Flussbettes auf dem Lande) über die Felsen hoch. Der Rheinfall ist per Auto, Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. In Neuhausen und beim Schloss Laufen befinden sich große Parkplätze. Ab der Autobahn A4 ist die Zufahrt zum Rheinfall ausgeschildert.
Der nächste Tag ist der letzte unserer Urlaubsreise und führt uns über München wieder in unsere Heimatstadt Wien.